Das alles verdanken wir nicht zuletzt den vielen Antifa- und Anti-Nazi-Gruppen, die mit uns zu den Blockaden aufgerufen und bundesweit mobilisiert haben, aus vielen Städten Busse organisierten und sich gemeinsam auf die Straße setzten.
Danke an alle, die sich auf den Weg nach Gera gemacht und die Blockaden unterstützt haben. Auch wenn sich zukünftig noch viel mehr Menschen beteiligen müssen: ein erster Schritt ist getan!
Erste Einschätzungen und Fotos:
Indymedia

Zum Auftakt fanden AntifaschistInnen aus Südthüringen und Gera klare Worte zur politischen Beurteilung rechter Großveranstaltungen und den begrenzten Möglichkeiten, linksradikale Positionen in zivilgesellschaftlichen Bündnissen zu vertreten. Bei strahlendem Sonnenschein startete die Veranstaltung gegen 20 Uhr am Hauptbahnhof. Die gut organisierte Demo zog unter lautstarken Sprechchören und begleitet von zwei Lautsprecherwagen durch die Innenstadt.
Vereinzelte Provokationen von Nazis wurden konsequent unterbunden. Nach einer Abschlusskundgebung in der Nähe der Spielwiese, bei der mehrere DJs auflegten und es Getränke und belegte Brötchen gab, zogen die TeilnehmerInnen gegen 23 Uhr unter Sprechchören zurück in die Innenstadt. Insgesamt also ein gelungener Auftakt für die morgigen Aktionen gegen das größte Nazifest Europas.
Aktuelle Informationen für Samstag erhaltet ihr über den Ticker, die Infonummern und Twitter.
Wir sehen uns auf den Blockaden!
Bericht auf Indymedia
Indymedia Feature
NPD Gera gehackt – kein Rock für Deutschland!
Infotelefone: 0162/5919379 und 0179/7219276 (Achtung geändert!)
Ermittlungsausschuss (EA): 0351/89960456 und Infoflyer
Solltet ihr nach den Aktionstagen von Polizeirepression betroffen sein, meldet euch umgehend bei ea.nazifeste-abschalten@riseup.net.
WAP-Ticker: http://ticker.hopto.org
Twitter: http://www.twitter.com/10Juli2010
Stadtpläne:
Kundgebungen und Aktionspunkte
Aktionskarte/Kopiervorlage [PDF / 1,9 Mb] (Mit geänderter Infonummer!)
Zeiten/Infos:
Beginn der antifaschistischen Warm-Up-Demonstration ist am 9. Juli, 19:00 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz in Gera. Die Kundgebungen um das Nazifest beginnen am 10. Juli ab 8:00 Uhr.
Das Nazifest auf der Spielwiese ist von 12:00 Uhr – 20:00 Uhr angemeldet. Die Anreise der Nazis beginnt bereits Freitagabend und Samstagvormittag. Es empfiehlt sich daher schon früh in Gera zu sein und sich während der Anreise und in der Stadt den ganzen Tag in größeren Gruppen zu bewegen. Nutzt wenn möglich die Anreise mit den Bussen oder kommt schon am Vorabend nach Gera: Übernachtung. Solltet ihr mit PKWs anreisen, parkt möglichst nicht in Gera-Debschwitz in der Nähe des Nazifests (westlich des Flusses).
Es gibt nun einen weiteren Bus aus Pößneck: Tickets
Checkt für aktuelle Informationen auch www.nazifeste-verhindern.de
Also auf nach Gera zur antifaschistischen Vorabenddemo und den Blockaden gegen das Nazifest – wir freuen uns auf eure Unterstützung!
]]>Einen Tag später, am 10. Juli, soll das alljährliche Nazigroßevent „Rock für Deutschland“ in Gera stattfinden. Die Gegenaktivitäten hierzu sollen in diesem Jahr unterschiedlich gestaltet sein. Zu diesem Zweck hat sich ein breites Bündnis gegründet. Auch antifaschistische Gruppen beteiligen sich an dieser Arbeit.
Aber reicht das?
Nazis veranstalten „Feste“ oder Aufmärsche und darauf wird reagiert – öfters erfolgreich. Unsere grundsätzliche Kritik an den herrschenden Verhältnissen wird in der aktuellen und notwendigen „Bündnis bis zur Mitte“-Politik – und da sollten wir ehrlich sein – zu solchen Anlässen pragmatisch auf einen Minimum reduziert. Die bürgerlichen Gruppen in verschiedenen Bündnissen haben wenig Lust, ihre unklaren Standpunkte zu konkretisieren: Zu Begriffen wie „Gewalt“ und „Legalität“ (bloss keine Nazis hauen, aber LKWs bombardieren und Flüchtlinge einknasten), oder „Arbeit“ (Arbeitsplätze fordern, ohne zu klären, wozu diese Mehrarbeit gut sein soll, außer dem zunehmend hilflosen Versuch, Kapital zu produzieren) gibt es keine weiterbringenden Diskussionen.
Sie unterstützen somit den kapitalistischen Frieden, auch wenn er notwendiger Weise physische und strukturelle Gewalt produziert, über weite Strecken einfach gewaltförmig ist.
Im Grunde wiederholt sich das bundesweit jedes Jahr regelmäßig. Was passiert in diesem Prozess nicht? Das normale Leben vor Ort zu verändern. Und wie sieht dieses aus?
Nazis auf den Straßen sind hier Teil der Normalität: laute Präsenz in Diskotheken, Straßenbahnen oder auf öffentlichen Plätzen – alles kein Grund für die Mehrheit, sich aufzuregen. Ignoranz und Akzeptanz geben sich die Klinke in die Hand, die braune Suppe wird so langsam zum süßen Brei, der nicht mehr aufhört aus dem Topf zu kriechen. Normal ist, dass Widerstand oder Gegenaktionen sich auf die totale Legalität beschränken sollen, statt ihre Wirksamkeit zum Kriterium zu machen.
Normal ist auch, dass Bullen nach Rasterkriterien wie Kleidung oder Hautfarbe kontrollieren, stören und austeilen. Dass ganz normale Vatis auf dem Heimweg über „Kanaken“, „Schwuchteln“ und „Asoziale“ schimpfen, ohne Angst haben zu müssen, ohne auch nur mit Widerspruch rechnen zu müssen.
Dieselben achtbaren Staatsbürger stehen am nächsten Tag brav auf der Matte, im Büro oder im Betrieb, um ihren Dienst am Vaterland zu verrichten. Was ist daran kritikabel? Was bedeutet der Alltag in einer Gesellschaft von isolierten Warenproduzenten? Abstrakte Gemeinschaftlichkeit durch Deutschlandfahnen. Es geht voran. Wir produzieren: Brötchen. Autos. Unterhaltung. Eine U-Bahn bis nach Auschwitz. Wir produzieren: Gesetze. Ausschlusskriterien. Hegemoniale Diskurse. Wir produzieren: Normalität.
„Wir“ meint nicht alle. Unser persönlicher Alltag als Linke ist nicht so harmonisch. Wir wollen nicht sinnlos produzieren. Oder dass Menschen in Feindgruppen kategorisiert werden, dass uns Bullen auf die Nerven gehen. Dass wir die Wahl haben zwischen VW und Toyota, zwischen Bräteln und Rostern, zwischen Arbeitsstunden und Gefängnis, zwischen Maul halten und aufs Maul kriegen. Wir wollen diese Freiheit nicht. Wir haben ein Problem mit der Wirklichkeit.
UNSERE Sicht auf den Alltag ist geprägt von Abwesenheiten. Abwesenheit von Alternativen, Abwesenheit von Bewegungsfreiheit. Abwesenheit von Vernunft, von Reflektion bei großen Teilen der Mehrheitsbevölkerung. Abwesenheit vom Arbeitsplatz. Das ist doch schonmal ein Anfang.
Und was tun mit der vielen Freizeit? Die Stadt schön bunt anmalen. Tortenschlachten zwischen Wertkritikern und Antideutschen veranstalten. Fahnen einsammeln. Den Vatis den Unterschied zwischen sex und gender beibringen, by all means necessary. Demos machen statt Gegendemos, so wie jetzt am 9. Juli. Freiräume besorgen, wieder verlieren, und erneut auftun. Und die ganzen „Unpolitischen“ mit reinziehen ins Getümmel.
Denn diejenigen sind es, die bis jetzt mit ihrem Streben nach klaren Verhältnissen, nach Identität, nach Rechtfertigungen für die nutzlose kapitalistische Realität, in der sie leben müssen, den Nazis das Leben leichtmachen, ihnen die Startbahn ebnen. Sie wissen es nicht, aber sie tun es.
Wir tun auch was, gegen die Gefahr unseres Versumpfens in der Realpolitik und die Realität rechter Ghettos auf‘m Land.
In diesem Sinne: kommt am 09.Juli zur antifaschistischen Demonstration nach Gera. Anreise, Warm-Up und Einheiz‘n!
Antifaschist_innen aus Gera, Juni 2010
Ihr wollt den Aufruf unterstützen? Dann schreibt eine Email.
]]>Auf der Homepage der alten und neuen Nazis ist aktuell zu lesen, dass man sich nicht erneut – wie in Dresden, Berlin oder Erfurt blockieren lassen möchte – von daher werden in unfreiwillig komischer Ernsthaftigkeit Anreize propagiert, die wir an dieser Stelle wirken lassen wollen: “Die ersten 1000 Teilnehmer erhalten eine […] CD als Dankeschön für ihre Treue”. Sorge und Verzweiflung spricht aus diesen Zeilen der faschistischen “Musikfans”, die wir ihnen nicht nehmen werden, denn wir fordern auch weiterhin dazu auf:
Nazis dort blockieren, wo sie marschieren bzw. feiern wollen!
Auch für den Fall, dass die Neonazis unbemerkt den Veranstaltungsort wechseln sollten, sind wir vorbereitet. Weitere Informationen und Karten der Szenarien werden an dieser Stelle veröffentlicht.
]]>von Till Grefe
Am 10. Juli veranstaltet die NPD zum achten Mal in der ostthüringischen Stadt Gera das Festival »Rock für Deutschland«. Im vergangenen Jahr reisten dafür tausende Neonazis aus ganz Europa an. Gemeinsam mit Gewerkschaften, Jugendverbänden und Parteien mobilisieren Antifagruppen gegen das Rechtsrockfestival, das auf der sogenannten Spielwiese stattfinden wird. Anfang Juni trafen sich die Aktivisten des Bündnisses »Dresden nazifrei« zu einer Bilanz- und Strategiekonferenz, bei der auch über eine mögliche Blockade des anstehenden Nazievents beraten wurde.
Nicht bei allen Teilnehmern fiel die Bilanz dieser Tagung positiv aus. So bemängelte ein Besucher, dass die emanzipatorische Linke in vielen Bündnissen gegen Rechts derzeit nur die Funktion eines Dienstleisters innehabe und sich dem inhaltlichen Minimalkonsens der bürgerlichen Akteure unterordne. Auch die Antifaschistische Aktion Gera (AAG) kritisiert in ihrem Blockadeaufruf den desolaten Zustand der regionalen autonomen Antifapolitik. In den Jahren 2003 und 2004 konnte man bei der Mobilisierung gegen das Festival noch regionale Erfolge verzeichnen, mit der zunehmenden Etablierung des Nazifestivals habe die Solidarität jedoch nachgelassen. Im vergangenen Jahr seien »selbst wenige Kilometer Anreise den meisten Gruppen aus der näheren Umgebung, wie Jena oder Leipzig, zu weit« gewesen. Darüber hinaus skandalisiert die AAG jedoch auch die verbalen Angriffe gegen linken antifaschistischen Protest. So kommentierte der Kommunalpolitiker Dirk Plette vom Wählerbündnis »Arbeit für Gera« im vergangenen Jahr die Mobilisierung gegen »Rock für Deutschland« und warnte, man müsse aufpassen, dass sich nicht wieder solches »Viehzeugs« und »Gesocks« beteilige. Auf Nachfrage der Ostthüringer Zeitung bestätigte er, dass er damit den »linksextremen schwarzen Block« gemeint habe. Auch regionale SPD-Politiker hatten erklärt, es sei » kein Geheimnis, dass Nazikundgebungen und Aufmärsche in gleicher Weise von linksextremen Demonstrationstouristen genutzt werden, um Intoleranz und Menschenverachtung mit gleicher Münze zu beantworten«.
Trotz der Kritik an solchen Positionen setzt man derzeit auf ein breites Bündnis gegen das Nazifestival.
Till Grefe / 01.07.10 / Jungle World
]]>Die Polizei nahm in unmittelbarer Nähe den 22-Jährigen fest, der Werkzeuge dabei hatte. Zu den Vorwürfen gegen ihn äußere er sich nicht. Der Mann sei einschlägig polizeilich bekannt.
Die fünf gestohlenen Gedenktafeln seien bisher nicht gefunden worden. Bei den Stolpersteinen handelt es sich um in den Gehweg eingelassene Gedenktafeln (Maße 10×10x10 Zentimeter) zur Erinnerung an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus.
Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen. Gesucht werden weitere Zeugen sowie Hinweise zum Verbleib der Stolpersteine. Es sei nicht auszuschließen, dass mehrere Täter beteiligt waren.
27.06.10 / Ostthüringer Zeitung (OTZ)
]]>Mobilisierung: www.nazifeste-abschalten.tk | www.nazifeste-verhindern.de | www.gera-nazifrei.com
Weitere Informationen: Twitter | Myspace | Kampagnenstart gegen Europas größtes Nazifest | RfD verhindern! Mobi läuft weiter! | Stadtplan | Mobi-Jingle | Mobi-Video
Aktuelles: Brandanschlag auf Opferberatung | Probesitzen des Aktionsbündnis Gera gegen Rechts
Hintergrund: Interview Christian Dornbusch
Rückblicke: 2009: Gera: 4000 Neonazis auf NPD-Fest, „Rock für Deutschland“: „Gera bleibt deutsch!“ 2008: Einmal Nazis? Ständig nur Nazis! 2007: Polizei duldet erneut Neonazikonzert in Gera 2006 Open Air & Demo gegen Nazikonzert in Gera 2005: Massiver Widerstand gegen 3. NPD Open Air, Antifaproteste gegen das NPD-Open-Air in Gera 2003: Aktionen gegen „Blood & Honour“– Konzert am Samstag in Gera
Vorabenddemo: 09.07.2010 | 19 Uhr | Hauptbahnhof – Aktionstag: 10.07.2010 | 8 Uhr | Innenstadt
]]>Gera. Am 10. Juli ist es wieder soweit: „Rock für Deutschland“ kommt nach Gera. Wie im letzten Jahr soll die ganztägige Veranstaltung auf der Spielwiese unweit der Geraer Innenstadt stattfinden. 4000 Neonazis waren es damals, die die „national befreite Zone Debschwitz“ abfeierten. Die Stadt und ihre Bürger taten wenig dagegen. Rechtsrockexperte Christian Dornbusch meinte in einem Interview, dass Gera ihm die einzig bekannte Großstadt sei, in der ein solches Nazi-Großereignis in derartiger Qualität und Kontinuität beständig stattfinde.
„Rock für Deutschland“ ist kein normales Festival. Es ist eine Massenveranstaltung, bei der mit Musik und Propaganda um Nachwuchs in einer Bewegung geworben wird, welche die totale Kontrolle über das Individuum zum Ziel hat, die Euthanasie und die Verbrechen des Zweiten Weltkriegs relativiert oder leugnet.
Der Widerstand dagegen in den letzten Jahren reichte nicht aus. Dieses Jahr soll er erfolgreicher sein: Ein Vorbereitungskreis verschiedenster Organisationen (Aktionsbündnis Gera, Aktionsnetzwerk gegen Rechtsextremismus Jena, Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“, Weimar gegen Rechts und viele mehr) plant und leitet die Gegenaktivitäten. Mehr als 6000 Plakate und knapp 30 000 Flyer sind nach eigenen Angaben bisher überregional verteilt worden. Das Ziel ist klar: Nach den erfolgreichen Blockaden am 14. Februar in Dresden soll nun eines der größten Nazifeste Europas verhindert werden. „Antifaschistischer Widerstand ist nicht extremistisch, sondern extrem wichtig“, wie Anna Schneider, Pressesprecherin der Antifaschistischen Aktion Gera, sagte.
Losgegangen ist es bereits. Am 3. Juli wurde der Widerstand mit einem Blockadetraining geübt. Morgen von 17 bis 21 Uhr folgt im Jugendhaus Shalom Gera ein Workshop zum Thema: „Rechtsrock made in Gera.“Am 10. Juli ab 8 Uhr beginnen dann die Veranstaltungen gegen „Rock für Deutschland“ unter dem Motto „Stoppen, blockieren, verhindern“.
Kathrin Strowohl / 23.06.10 / Ostthüringer Zeitung (OTZ)
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